Weihnachtskaktus „Velvet Goldmine“

Velvet Goldmine

Velvet ist vielfältig, verwegen und vollkommen glücklich in der Sonne. Zu Weihnachten blüht sie üppig – genau dann, wenn Europäer zuweilen aus Lichtmangel in depressive Stimmung verfallen. Statt Weihnachtsliedern hört Velvet am liebsten Glam-Rock aus den Siebziger Jahren – ganzjährig. „Velvet Goldmine“ lebt zur Zeit in Kassel.

Velvet Goldmine lebt zukünftig in Borken.

Die telegene Helene

Die telegene Helene

Die telegene Helene kam durch nicht näher geklärte Umstände in den Dunstkreis des WDR. Schon als Kind träumte sie von einer Hauptolle in einer Fernsehserie. Über Umwege kam sie zwar direkt zu den Drehteams im Sender, ihr schauspielerisches Talent blieb jedoch unentdeckt – sie sah sich schon fast als kaum beachtetes Aronstabgewächs Anthurium, zu deutsch Flamingoblume auf einer Fensterbank dahinvegetieren, als sich ihr Leben schlagartig änderte. Der WDR drehte einen Beitrag über die Pflanzenklappe und brachte sie zum Dreh nach Schöppingen mit. Dort stahl ihr leider Sigrune, die adelige Azalee die Show und Helene mußte sich mit einer Nebenrolle begnügen. Sie hatte jedoch das Glück, in Botania Frankfurt/Main aufgenommen zu werden und hat nun in Frankfurt/Main filmliebhabende Adoptiveltern gefunden.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt die telegene Helene  in Frankfurt am Main.

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Die vier Kahns

Die vier Khans

neigen zu Legendenbildung. Überliefert durch einen ihrer Ghostwriter wurde folgendes:
Donnern im Morgengrauen. Der Himmel ist klar. Nur wenige Wolken zerpflücken sich im hellblau über der Steppe, die bebt. Milliarden von Gräsern erzittern unter dem Stakkato des Getrappels von sechzehn schweren Hufen. Vier Reiter, erst nur Schatten vor der aufgehenden Sonne über der trockenen Ebene Zentralasiens. Sie preschen durch die Weite und wer Beine hat flieht und wer einen Bau besitzt verschwindet darin bis das Beben verebbt. Jeder kennt sie die vier jungen Reiter auf ihrem Weg nach Westen.

Kul Kahn, der den Bogen seiner Vorväter spannt und auf tausend Meter auch aus vollem Galopp kein Ziel verfehlt.
Goi Kahn, dessen Schwert, das in den brennenden Höhlen von Gor, das von den Riesen Kehai und Schorg zehn Jahre auf dem heiligen Amboss von Link geschmiedet wurde und selbst härtesten Granit wie Leber schneidet.
Dwar Kahn mit der Lanze, der nie seinen Sattel verlässt. Selbst im regen bleibt er zum Schlafen und essen auf dem Pferd, das ihm sein göttlicher Vater Zwar schenkte, eine unzerstörbare Stute aus dem Geschlecht der Dan-Rösser.
Ol Kahn, der einen Hammer aus reinem Onyx schwingt, den zehn Männer nicht heben können. Ein Schlag bringt den Ural zum zittern und Städte zum einstürzen.
Als diese vier Könige der Steppe in der Pflanze klappe lagen machten sie einen verstörten Eindruck. Im Westen angekommen, verloren sie ihrer Pferde an einen polnischen Viehhändler für einen kriminellen Preis, was sie erst spät merkten. Ungelernt im kapitalistischen Leben, verloren sie auch bald ihrer heiligen Waffen an die Pfandhäuser. Doch ihrem Stolz haben sie nicht verloren. Stets verlangen sie nach königlicherer Behandlung, und warmen Platz auf der Fensterbank.
Die Vier werden zukünftig in Stuttgart leben und viel reisen.

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Zyprio Pyrro-Cyprus

Zyprio Pyrro Cyproa †

konnte trotz Ozonloch nicht von exzessivem Sonnenbaden lassen, was ihm Verbrennungen ersten und zweiten Grades zufügte. Entgegen seiner Beteuerung, er sei unschuldig, wurde er von seinem Heimatdorf nach einem Flächenbrand verstoßen. Er gelangte über die grüne Grenze ins Westfälische, konnte sich dort jedoch nicht eingewöhnen. Nachdem er wiederholt eine Sonnenbank forderte, wurde er zur Adoption freigegeben. Nachdem er sich weigerte, ins Rhein-Main-Gebiet zu ziehen, nahm ihn eine Gruppe freistehender Pflanzen in ihre Mitte auf, die ihn nun von seinen Zivilisationskrankheiten mittels Freilandaufenthalt kurieren möchten.

Er lebte den Winter über in Schöppingen, bevor der Arbeitern der Grünanlage zum Opfer fiel.

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Bromelie „Elfriede J.“

Elfriede J.

Elfriede verdingte sich schreibender Weise in Österreich. Nach einigen Literaturpreisen wurde ihr der Medienrummel um ihre Person etwas lästig, so das sie als blinder Passagier mit einer Lieferung von Zimmerpflanzen über die Grenze nach Deutschland kam. Weil sie nicht blühte, wurde sie dort sofort vor die Tür gestellt. Ein zufällig vorbeifahrender Trucker nahm sich ihrer an und brachte sie in die Pflanzenklappe nach Schöppingen. Hier wurde sie sofort adoptiert.

 

Elfriede wird zukünftig in Münster leben und engen Kontakt mit Verlegern pflegen.

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Sukkulente „Mehmet Mayer“

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Mehmet Mayer

Kam über den Bosporus nach Deutschland. Ausm Urlaub. Vater unbekannt. Versuchte sich als Rapper. Wurde kurzzeitig berühmt unter seinem Künstlernamen Hans Mayer und dem Lied Nicht: „bin nicht Türk nicht und nicht Deutsch nicht / trag das Kreuz und bin nicht ganz / bin ein zwische Stühlen sitze Pflanz“. Danach kurzzeitig aktiv bei den Grünen, wurde von ihnen aber für den Kompost vorgesehen. Rappt und rockt ungebrochen.

“Mehmet Mayer” wird zukünftig in Berlin leben.

Palme „Norddeutsche Antje“ (Spitzname DNA)

Norddeutsche Antje (DNA)

Ist trotz ihrer Herkunft aus dem steifen und hohen Norden überaus kommunikativ. Wie könnte es auch anders sein, lebt sie doch bis jetzt auf dem Schreibtisch des Sekretariats im NDR Vorpommernstudio Greifswald.  Leider wanderte ihre Ziehmutter vor kurzem nach Hamburg aus und musste die norddeutschte Antje allein auf dem Schreibtisch zurück lassen. Die norddeutsche Antje wünscht sich nun verzweifelt ein neues Zuhause, dass ihre Anwesenheit richtig zu schätzen weiß und indem sie sich voll entfalten kann. DNA ist daran gewöhnt,  vielen Stimmen um sich herum lauschen zu können und liebt es sich, den Kaffeeduft um die Blätter wehen zu lassen. Und obwohl sie eine Palme ist, bringt sie ihre Besitzer nicht auf selbige und braucht auch nicht viel Platz, da sie mit ihren geschätzten 36,7 cm fast in jede Ecke passt. Aber wer weiß? Vielleicht legt sie bei besserer Pflege auch noch ein paar Zentimeter oben drauf…?

“DNA” wird zukünftig in Dortmund leben.

Sukkulente „Lola“

Lola

Lola wurde vor ca. drei Wochen in das Büro des Münsteraner Bürgermeisters eingeschleust. Kurz darauf verliebten Lola und Ken Colourful sehr zum Leidwesen von Rita Rainbow ineinander.
Jetzt suchen die beiden ein gemeinsames Zuhause. Lola ist sehr genügsam und braucht wenig Wasser in sandigem Boden. Nachdem Rita verstarb und die Beziehung zu Ken aufgrund dessen auseinander brach, ist Lola froh zukünftig in Nordhorn neu zu beginnen.

 

Bereits adoptiert, inzwischen lebt Lola froh in Nordhorn.

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Buntnessel „Ken Colourful“

Ken Colourful

Ken Colourful verliebte sich vor 14 Tagen (Anfang Februar) in Lola, den Neuzugang des Münsteraner Bürgermeisters zum Leid seiner langjährigen Partnerin Rita Rainbow. Er litt nicht weniger als sie unter dieser Situation und versuchte durch freiwilligen Blattverlust vergeblich Rita und Lola miteinander zu versöhnen, so dass die Vorbesitzerin schließlich schweren Herzens alle drei Pflanzen in der Pflanzenklappe abgab. Gesucht wurde an dieser Stelle ein sonniges Plätzchen für Ken Coulorful und Lola, an dem sie ihre lange überfälligen Flitterwochen verbringen können – ohne Erfolg. Nachdem Rita aus Liebeskummer verstarb, zerbrach auch die Beziehung zu Lola.

Ken trauert und freut sich auf die Pflanzen in seinem neuen Zuhause in Oberursel/Ts. Er wurde Ende April adoptiert.

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Buntnessel „Rita Rainbow“

Rita Rainbow †

wurde als eine der ersten Nesselpflanzen in der Pflanzenklappe abgegeben. Sie hat eine schwere Zeit hinter sich, da sich die Partnernessel (Ken Colourful) mit der sie über Jahre hinweg ein marmornes Fensterbrett im Büro des Münsteraner Bürgermeisters teilte, sich vor 2 Wochen knall auf Fall in einen sukkulenten Neuzugang (Lola) auf dem Büroschreibtisch der Sekretärin verliebte. Rita stellte daraufhin innerhalb weniger Tage die Farbproduktion ihrer Blätter ein, die sich seitdem Dunkellila von ihrem grünen Pflanzenarmen abheben und verweigert seitdem die Wasseraufnahme. Gesucht wird nun ein warmes, helles  Zuhause für Rita Rainbow – fürs erste möglichst ohne Kontakt zu männlichen Artgenossen – wo sie nach und nach wieder an die schluckweise Aufnahme kalkarmen Wassers gewöhnt wird und in den ersten Monaten wöchentlich gedüngt wird, um ihr wieder Lust am Leben als Buntnessel zu geben.Rita neigt zu Glatzenbildung und muß nach dem Umtopfen in saure Erde kräftig zurückgeschnitten werden, um ihre volle Blatttracht entfalten zu können. Rita ist ab Anfang März in Frankfurt/Main.

† Rita ist leider verstorben. Offensichtlich aus Liebeskummer. Ken trauert. RIP