Sternsukkulente “Zoppo und Tamara”

Zoppo und Tamara

Die beiden lernten sich Ende der 1970er Jahre beim Trampen von Berlin nach Frankfurt kennen und sind seitdem unzertrennlich. Sie genießen das Leben als gewöhnliche Zimmerpflanze, das ihnen den Zugang zum Internet beschert und damit den Zugriff auf unzählige Songs. Momentan hören sie südamerikanischen Punk und Tanzen dazu so heftig, das es sie fast aus ihrem Topf zu katapultieren scheint.

Bereits adoptiert. Inzwischen leben sie in Marburg.

Sternsukkulente “Updating Social Communities”

Updating Social Communities

Die IT-Expertin entwickelt gerade ein offline-social-network nach dem Vorbild von Freundschaften der Prä-Internet-Ära. Auch wenn es heute für die meisten außerhalb jeder Vorstellung liegt, wie Verabredungen ohne Internet und Anrufbeantworter überhaupt möglich sein könnten, so belegt sowohl die Geschichte, als auch die von “Updating Social Communities” geführten umfassenden Studien basierend auf tausenden von Interviews, das Freundschaften und Verabredungen in den meisten Fällen als wesentlich verbindlicher erlebt wurden. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, entwickelt sie gerade eine programmatische Vorgehensweise, um diese Qualität in heutigen “Social Communities” zu implementieren.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt sie in Gießen.

Sanseverie “Both Sides of the Story”

Both Sides of the Story

Sie ist die geborene Vermittlerin schlechthin. Immer hat sie die beiden Seiten einer Medaille klar vor Augen, weshalb es ihr manchmal schwer fällt, Partei für eine Seite innerhalb von Streitschlichtungen zu ergreifen. Sie setzt vielmehr auf ein selbstregulierendes Prinzip, das sie in ihren Klienten freisetzt, indem sie diesen mittels verschiedener Bewegungs- und meditativer Übungen aus ihren Alltagsverstrickungen heraus holt. Die von ihr entwickelte Methode findet seit kurzem Anwendung in einem Modellversuch in einem Gießener Kleingarten.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt sie in Gießen.

Monstera “Philosophus”

Philosophus

“Philosophus” ist Musiker und ist bekannt für seine Fusion-Alben, die philosophische Zitate mit aktuellen Meldungen ökologischer Katastrophen verbinden. So ist ihm ein einzigartiger Musikstil gelungen, mit dem er auch kommerziell erfolgreich ist. Sein aktuelles Album spielt er ihn den “Botanical Crack Down Studios” in Chicago ein. Die im März 2019 beginnende Welttournee – eine Multimediashow mit virtuellen Musiker*innen – ist nahezu ausverkauft. Seine kreativen Pausen gönnt sich “Philosophus” in Frankfurt/M.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt er in Offenbach.

Sanseverie “Kakadu Style”

Kakadu Style

Nach extremer Vernachlässigung war es mit ihrer Schönheit definitiv vorbei. Zunächst war sie sehr betrübt darüber. Als dann jedoch die Vögel begannen, sie um ihr Gefieder zu beneiden und schließlich einen speziesübergreifenden Wettbewerb um das schönste Federkleid ausriefen, gewann “Kakadu Style” zu ihrer Überraschung in der Kategorie “Exotische Federgewänder”. Seitdem nennt sie sich “Kakadu Style” und bietet Kreativ-Coachings für Pflanzen in Lebenskrisen an. Sie ist 55 cm hoch.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt sie in Münster.

Bromelie “Brad Brom”

Brad Brom

“Brad Brom” wurde zum leider Verhängnis, verblüht zu sein. Und so landete er auf dem Müll. Er, der der Meinung ist, das Blüten völlig überschätzt sind, pflegte einen symmetrischen Wuchs und arbeitete an seiner Ausstrahlung. Doch zu den gnadenlosen Selbst-Optimierern möchte er nicht gezählt werden. Er genießt seine Tage jedoch mehr, wenn er gut drauf ist und auch seine Umgebung beeinflusst das in der Regel positiv. “Brad” liest gerne schwedische Krimis und schaut gern Talk-Shows. Ihn interessiert die Mtivation von Menschen für ihr Handeln.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt er in Gießen.

Dracaena “Dragon Jusovic”

Dragon Jusovic

“Dragon” spielte in seiner Heimat einst Balkanpop, mußte dann aufgrund des Balkankrieges Anfang der 1990er Jahre fliehen und fand zunächst völlig traumatisiert in Italien Unterschlupf. Das “Dolce Vita” half ihm, die Lebenslust nicht zu verlieren und er gründete ein illegales Auffanglager in einer mit Efeu überwucherten Garage. Nachts fanden dort Balkanpop-Sessions statt oder es gab Vorlesestunden für Kinder. Nach dem Ende des Krieges wurde “Dragon” als Musiker von einer Frankfurter Bar engagiert, wo er noch heute ab und an spielt.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt er in Frankfurt/Main.

Gummibaum “Aron Arabicum”

Aron Arabicum

“Aron” übernahm die Manufaktur seines Großvaters und produzierte bis in die 1990er Jahre den begehrten pflanzliches Klebstoff, bis schließlich die Akazien selbst die Produktion übernahmen und sich nicht mehr von Gummibäumen ausbeuten lassen wollten. “Aron” jedoch sorgte stets gut für seine Arbeiter*innen, von denen jede Familie ausreichend Land, eine Lebensrente und kostenlose Schulbildung für den Nachwuchs erhielt. Heute arbeitet er im Vertrieb für Gummi Arabicum und gibt berufliche Fortbildungen für Einsteiger-Akazien.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt er in Frankfurt/Main.

Zamioculcas “Lisa Pisa”

Lisa Pisa

Der Fan einzigartiger Bauwerke reiste bereits drei mal nach Pisa, schaffte es aber nie, den Turm zu erklimmen. Mit befreundeten Pflanzen rief sie vor drei Jahren “Organical-Architecture-Contest” ins Leben, bei dem Bauwerke ausschließlich unter Verwendung organischer Materialien entstehen dürfen. Die drei Erstprämierten erhalten die Möglichkeit der Realisierung ihres Entwurfs und übernachten zudem 3 Tage in einem First-Class-Baumhaus ihrer Wahl.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt sie in Frankfurt/Main.

Ficus “Franziska von Terra X”

Franziska von Terra X

Ihr Freiheitsdrang ist so unbändig, das ihre Wurzeln bereits den Topf verlassen. Doch ohne menschliche Hilfe wird sie das viel zu enge Plastikgefäß nicht verlassen können. Sie wünscht sich einen Tontopf und einen Platz mit Sichtmöglichkeit aus dem Fenster und zum ZDF Infokanal. Die selfmade Forscherin arbeitet derzeit zu den Auswirkungen emotionaler Vernachlässigung durch Menschen und untersucht dabei nicht etwa die Auswirkungen auf Pflanzen, die in der Regel unter ihresgleichen weit besser zurecht kommen. Ihre These ist, das Menschen, die andere Lebewesen emotional vernachlässigen selbst am meisten Schaden davon tragen, da ihre Einsamkeit sich potenziert. Erste Ergebnisse von Interviewreihen werden während Lesungen in Gewächshäusern zu hören sein.
Bereits adoptiert. Inzwischen lebt sie in Marburg.