Elefantenohr „Four Seasons“

Four Seasons

Das Quartett nannte sich nach der gleichnamigen Popgruppe und denkt heute noch oft an die Gründung ihrer Topfgemeinschaft zurück, auch wenn aus dem ehemals ambitionierten Projekt eine ganz banale botanische WG wurde, die über die Jahre etwas herunterkam. „Oh what a night„, 1963, als sie sich trafen und seitdem im selben Topf durch die verschiedensten Haushalte reisten. 2010 endlich war es soweit: sie wurden in Botania aufgenommen und die medizinische Erstversorgung bescherte ihnen auch einen neuen Topf.  Ihr stacheliger Untermieter wurde rausgeworfen und bekam einen eigenen Topf.

Bereits adoptiert, inzwischen leben die Vier in Frankfurt/M.

Elefantenohr „Sigmund Barley“

Sigmund Barley

Die Bluescombo musizierte seit Ewigkeiten in viel zu kleinem Topf; sie wollten einfach nicht umziehen. Der Plastiktopf hatte sich ihrem Rhythmus angepasst und sie hatten Bedenken, das ihre Musik in einem Tontopf noch gut klingen würde. Ihre Besitzerin gab sie nach endlosen Diskussionen kurzerhand in der Pflanzenklappe ab; sie wurden umgetopft, erholten sich in Botania und entwickelten ein neues Album, was zum Jahesanfang 2011 erscheinen wird.

Bereits adoptiert, inzwischen leben „Sigmund Barley“ in Frankfurt/M.

Fingeraralie „Aranca“

Aranca

Die Tochter einer alleinerziehenden städtischen Angestellten taiwanesischer Herkunft interessierte sich früh für Journalismus; erfuhr sie doch am eigenen Blatt, was es bedeuten kann Lebewesen mit Migrationshintergrund medial zu stigmatisieren. Nur weil ihre Blätter fünf Fingern ähneln, ist sie noch lange keine Handlangerin von Interessen Dritter.

Zu ihrem großen Glück landete sie schließlich in Frankfurt/M, wo sie ein neues zu Hause gefunden hat.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt sie in Frankfurt/M.

Kaktus „Egon Bahr“

Egon Bahr

Alter Sozi, engagierte sich von frühester Jugend an für ein soziales Miteinander stacheliger und nicht stacheliger Pflanzen. Doch das Alter machte ihm zu schaffen. Und er leidet unter der mangelnden Pflege seiner bisherigen Besitzerin. Zu seinem Glück wurde in der Pflanzenklappe abgegeben, fast für tot erklärt, doch dann und von einem fürsorglichen Kakteenliebhaber adoptiert.

 

Bereits adoptiert, inzwischen lebt Egon in Frankfurt/M.

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Sanseveria „Passwort-Schatten“

Passwort-Schatten

„Passwort-Schatten“ lebte auf Sansibar in einer Plattenbausiedlung und verbrachte  die Tage lesender Weise am Strand, bis sie ein Tourist mit nach Europa brachte. Sie landete zunächst bei einem Bibliothekar in Marseille, reiste dann per Anhalter über die Grenze nach Deutschland und bewarb sich als Pflanze bei einer Stadtbibliothek. Deren Leiterin jedoch hatte eine ausgeprägte Aversion gegen 1960er-Jahre Pflanzen und lehnte ab. „Passwort-Schatten“ fühlte sich eindeutig diskriminiert, entschied jedoch, auf rechtliche Schritte zu verzichten.

 

Bereits adoptiert, inzwischen lebt „Passwort-Schatten“ in Frankfurt.

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Efeutute und Schlingpflanze „Sam und Gerlinde“

Sam und Gerlinde

„Sam und Gerlinde“ leben seit Jahren in eheähnlicher Gemeinschaft, die fast schon symbiotisch anmutet. Doch die beiden verstehen sich einfach, auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Familien kommen. Freunde hatten beiden keine lange Beziehung vorausgesagt, doch allen Unkenrufen zum Trotz sind sie glücklich.

Vielleicht deshalb haben sie – kaum in der Pflanzenklappe angekommen – einen Adoptivvater in Frankfurt/M gefunden.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt in Frankfurt/M.

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Dracaena „Tricolletta“

Tricolletta

Abgegeben in der Pflanzenklappe im Mitscherlichhaus in viel zu kleinem Topf, wurde „Tricolletta“ sogleich adoptiert und lebt inzwischen in Frankfurt in neuem Topf. Mit ihre drei Blattschöpfen fühlt sie sich eng der indischen Götterwelt verbunden – einer im Hinduismus sehr bekannten Konzeption der „drei Gestalten“. Diese besteht aus drei Aspekten des Göttlichen, der Schöpfung in Gestalt von Brahma, der Kraft der Erhaltung in Gestalt von Vishnu und Shiva, der Kraft der Zerstörung.

 

Bereits adoptiert, inzwischen lebt „Tricolletta“ in Frankfurt/M.

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Einblatt „Lizzy“

Lizzy

„Lizzy“s Mutter wurde vor einem Jahr kurz vor dem Abriss aus dem Technischen Rathaus Frankfurt gerettet. Sie erholte sich in Botania Frankfurt, wo auch „LIzzy“ auf einer sonnigen Fensterbank im OG 9 stand. „Lizzy“ ist sehr kommunikativ und versucht sich in der Entwicklung eines botanischen Esperanto. Zur Zeit arbeitet sie an einem akustischen Code der Blattgeräusche durch Windbewegung.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt „Lizzy“ in Annaberg.

Efeutute „Mazotti“

Mazotti

„Mazotti“ steht total auf Eros und singt fast täglich seine LIeder. Leider hapert es noch immer an ausreichend Italienisch-Kenntnissen, die er zur Zeit mit einem Audiokurs zu erlangen versucht. Da der Kurs auf das menschliche Ohr hin konzipiert wurde, ist für ihn äußerst schwer, zu folgen. Mangels Angebot an telepathischen Italienisch-Kursen bleibt ihm jedoch vorerst nichts anderes übrig.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt „Mazotti“ in Frankfurt/M.

Kaktus „Ignatzia Ignoranzia“

Ignatzia Ignoranzia

„Ignatzia“, kulturell engagierte Pflanze mit eigenwilligen Vorstellungen und viel Herz. Schon früh entschied sie sich für eine wissenschaftliche Laufbahn im Bereich Kunst. Sie liest gern, besteht jedoch auf ihrem Recht auf Uninformiertheit. Sie schaut kein Fernsehen und ist fasziniert von einer künstlerischen Arbeitsweise aus dem Bauch heraus. „Ignatzia“ braucht ein verständnisvolles und kulturinteressiertes zu Hause, was sie an der einen oder anderen Ausstellung teilhaben läßt.

Bereits adoptiert, inzwischen lebt „Ignatzia“ in Diepholz.